Fehlbildung Zahnhartsubstanz

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation

Fehlbildung Zahnhartsubstanz

Die "Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation" ist eine Fehlbildung der Zahnhart­substanz. Diese Fehlbildung des Schmelzes wird mit Durchbruch der ersten bleibenden Zähne, also bei Kindern im Alter von circa 6 Jahren erkennbar.

Meistens sind die bleibenden Backenzähne allein, gelegentlich auch die Schneidezähne betroffen. Typisch sind weiße bis gelblich-braune Flecken sowie oftmals Absprengungen des Schmelzes, der äußersten Schicht des Zahnes. Die Ausprägung der Schmelzschutzstörung kann individuell stark variieren.

Meist reagieren diese Zähne sehr empfindlich auf Reize, wodurch die Mundhygiene deutlich erschwert wird. Die Folge ist oft eine erhöhte Kariesanfälligkeit.

Ursachen und Behandlung

Ursachen dieser Mineralisationsstörung werden vielfältig diskutiert. Sicher ist, dass es zu einer Störung der zahnbildenden Zellen während der ersten Lebensmonate kommt. Als mögliche Ursache wird das Zusammenwirken mehrerer Faktoren wie zum Beispiel hohes Fieber, Antibiotikaeinnahme, Sauerstoffmangel bei der Geburt oder Infektionen wie Mumps oder Masern angesehen.

Bei Patienten mit dieser Auffälligkeit sollten engmaschige Kontrollen im Abstand von drei Monaten erfolgen. Durch Zahnreinigung, Mundhygienetraining und Flouridanwendungen sowie die Anwendung bakterienreduzierender Substanzen können die Zähne vor Karies geschützt werden.

Problematisch sind allerdings Schmelzabsprengungen.

Diese und die schon angesprochene erhöhte Empfindlichkeit der Zähne können durch Füllungen behandlet werden. Allerdings erlaubt die veränderte Zahnhartsubstanz oft keinen optimalen Halt der Füllungen. Dann wird unter Umständen eine Überkronung des betroffenen Zahnes notwendig.

Bei sehr großen Defekten sollte, in enger Zusammenarbeit mit einem Kieferorthopäden, auch eine Entfernung des Zahnes mit anschließendem Lückenschluss besprochen werden.

Zusätzlich zur gründlichen Zahnpflege kann das Auftragen eines Flouridgelées (z. B. Elmex Gelee oder Sensodyne Pro Schmelz) einmal wöchentlich sowie die Verwendung ener Mundspüllösung empfohlen werden. Des Weiteren wollte auf zuckerarme Ernährung geachtet werden. Zwischen Essen und Zähneputzen sollte mndestens 30 Minuten gewartet werden. Diese sollte dann möglichst drucklos mit weichen Borsten ausgeführt werden um dem weichen Schmelz nicht noch weiter zu schaden.

Insgesamt ist es sehr wichtig, eine Schmerzausschaltung zu erreichen. Gelingt dies nicht, kann dies zu einer hohen emotionalen Belastung des Kindes und einer mangelnder Kooperationsbereitschaft bei der zahnärztlichen Behandlung führen.